Fehlermeldung

Deprecated function: The each() function is deprecated. This message will be suppressed on further calls in menu_set_active_trail() (Zeile 2405 von /var/www/webseite/drupal/includes/menu.inc).

Bernd Oppl

Die Coronapandemie bricht aus: Die Ausstellung entfällt und wird aufs nächste Jahr verschoben.

sleep_mode_01 WEB.jpg
Sleep Mode, MDF, Nylon, Elektrolumineszierende Folie, Einplatinen Computer, Display, diverse Elektronik, 2019 | Courtesy: Galerie Krinzinger

 

Bernd Oppl | We have more than beds to dream in
Verborgene Räume sind Traumräume. Träumen ... was für ein sanft verknäueltes Wort. Die Zukunftsutopie von Politikern, das skurrile Subjekt von Surrealisten, die Kristallkugel von Psychoanalytikern. Jener Ort, an dem sich die harten Kanten der Realität mit Vaseline und Spinnfäden verschleiern, wo das Mögliche dem Unmöglichen zublinzelt, wo Sehnsucht und Angst bis zum Morgengrauen das Tanzbein schwingen. Ob mitternächtliches Gedanken-Gemurmel oder das Innerste unserer tief verankerten Hoffnungen – Träume sind wirklich real oder jener Teil des Wirklichen, der sich am unwirklichsten anfühlt. Unsere Betten sind gewiss der natürlichste Ort zum Träumen, angesichts sich erbarmender Deckenfalten und der wohligen Kühle von Laken, während wir der Müdigkeit erliegen; jener kuschelige Zufluchtsort für Schlaf und Sex, für träge dahintreibende Gedanken und das Ausschwitzen von Fieberzuständen. Träume erzeugen aber auch ihre eigenen Orte; aus Verlangen entsteht Architektur. Nicht nur Betten laden uns zum Träumen ein. 

 

Der Künstler Bernd Oppl findet diese traumgebildeten Räume und formt sie häufig zu dunklen Miniaturdioramen - von Wänden hängende Kästen, die dazu einladen, sich vorzubeugen und hineinzuspähen; eine körperentleerte spektrale Intimität, die man nicht betreten kann: ein Bett mit einem erleuchteten Laptop nahe eines pulsierenden Lichts eines Fensters in Sleep Mode (2019), eine schemenhaft wirkende Karaoke-Bar mit bunt flackerndem Diskolicht in The Rhythm of the Night (2019), in welcher der Liedtext von James Blakes Retrograde (2013) auf dem Monitor vorbeizieht, eine Reihe von Computern, die in einem Internetcafé in I Looked Around the Internet (2018) einen Sternenhimmel- Bildschirmschoner ausstrahlen. Bernd Oppl hat eine Vorliebe für die Gestaltung anderer, weniger offenkundig verträumter Räume wie etwa Flughafenlounges. Aber sogar an diesem eher vergänglichen als komfortablen öffentlichen Ort (das Anti-Bett schlechthin) gibt es Raum für dahintreibende Gedanken, Tagträume, den Wunsch nach Hause oder woandershin zu reisen. Sogar wenn man dort feststeckt, befindet man sich immer noch an einem Ort zwischen den Welten, umgeben von Portalen zu anderen Orten. Und obwohl Träume endlos tiefe Qualitäten besitzen – verborgene Räume unter verborgenen Räumen – ist eine davon das Dazwischensein, die Schwelle zwischen dem Bewussten und Unbewussten, zwischen Wollen und Haben, zwischen dem, wo man ist und wo man sein möchte. 
(Andrew Berardini)

 

Eröffnung: MI, 18.03.2020, 18:30 Uhr, Dauer bis  29.03.2020
Eine Kooperation mit der Diagonale Graz

Diagonale_Logo_Varianten_2020-02 klein.jpg


Bernd Oppl
geb. 1980 in Innsbruck, lebt und arbeitet in Wien
Ausbildung
Studium an der Kunstuniversität Linz (Malerei und Grafik) sowie Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien (Video und Videoinstallation) 
Einzelausstellungen (Auswahl)
2019 Hidden Rooms, Kunstraum Dornbirn, (AT); 2018 Substanzaufnahme, Kuiper Projects, Brisbane (AU);
2016 Intermission, Galerie Krinzinger, Wien (AT); 2014 Inhabited Interiors, Georgia Museum of Art, Athens (USA)